Wir sind dann mal weg (in der Faschingswoche)

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Wir sind dann mal fort!
Liebe Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen!

In der Faschingswoche sollten Sie nicht krank werden.
Denn: Wir sind dann mal fort.

Von Montag, den 23. Februar bis Freitag den 27. Februar 2009

Da bleiben alle Facharztpraxen für Sie geschlossen.

Warum?

Mit dem Gesundheitsfonds ist die staatlich gelenkte Zuteilungsmedizin in Bayerns Arztpraxen
eingekehrt. Und es herrscht Chaos bei der Verteilung der Gelder.

Für Sie als Patienten bedeutet das: Viel Geld, weniger Leistung!
Für uns als niedergelassene Ärzte bedeutet das: Viel Leistung, weniger Geld!

Jeder niedergelassene Haus- und Facharzt erhält eine festgelegte Patientenzahl zugeteilt.
Und für diese Anzahl an Patienten ein „Pro-Kopf-Honorar“. Diese Honorare auf Taschengeldniveau sind eine Verhöhnung unserer ärztlichen Tätigkeit und unseres Engagements und lassen ein vernünftiges Arbeiten nicht mehr zu.

3 Monate frauenärztliche Regelversorgung zum Preis von einer Nachhilfestunde (16 €).
3 Monate hautärztliche Regelversorgung zum Preis eines Herrenhaarschnitts (19,47 €).
3 Monate augenärztliche Regelversorgung zum Preis einer Fußpflege (21 €).
Inklusive fachärztlicher Hausbesuche.
Nur wenige hochspezialisierte Leistungen werden daneben gesondert vergütet.

Das war's. Das muss reichen!

Glaubt denn wirklich irgendjemand, dass für diese Beträge qualitativ hochwertige, ambulante, fachärztliche Behandlung zu haben ist?

Gleiches gilt für die hausärztliche Versorgung.

Nur wenn alle gesetzlichen Krankenkassen Hausarztverträge nach dem Vorbild der AOK mit den Hausärzten schließen, können diese zukünftig noch die bewährte Rundumversorgung leisten.

Wir Ärzte haben sämtliche Zumutungen vorangegangener Gesundheitsreformen irgendwie weggesteckt, um Sie weiter anständig in unseren Praxen zu versorgen. Bereits vor Einführung des Gesundheitsfonds bekamen wir ein Drittel unserer Leistungen nicht bezahlt. Die jetzt kalkulierten Honorareinbrüche von bis zu 50% je nach Fachrichtung sind nicht zu verkraften.

Sie wissen, dass wir Sie immer gern und engagiert betreut haben. Aber so weiterarbeiten, wie bisher und dabei draufzahlen, das werden wir nicht.

Politik, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung geben sich gegenseitig die Schuld an der katastrophalen Unterfinanzierung der ambulanten ärztlichen Versorgung. Fakt ist, dass zur Zeit nur 54% der zugesagten Honorarsummen in Bayerns Praxen ankommen.

Fragen Sie die Verantwortlichen mit uns: Wo ist das Geld? Wie soll das weitergehen?

Wer immer dafür verantwortlich ist, muss rasch handeln.

Denn wir Ärzte können den Mangel nicht kompensieren.

Wir können es nicht mehr tun, wir wollen es nicht mehr tun
und wir werden es nicht mehr tun.

Dann sind wir eben fort…und Sie bleiben unversorgt…
…jetzt im Februar und danach . . . Vielleicht für immer.

Wehren Sie sich gegen die Vernichtung der wohnortnahen, ambulanten
ärztlichen Versorgung!
Fragen Sie den Arzt Ihres Vertrauens oder schreiben Sie dem bayerischen
Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Fragen Sie ihn, warum er diese Entwicklung unterstützt hat. Machen Sie mit!

Ihre niedergelassenen Haus- und Fachärzte im Werdenfelser Land

In Notfällen wenden Sie sich bitte an den Hausarzt Ihres Vertrauens. Er kann jederzeit direkt mit uns Kontakt aufnehmen, um im Notfall eine umgehende Behandlung bei uns anzufordern, sofern er dies für notwendig erachtet.